JUNI 2025: 31. JAHRESTAGUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR RADIOONKOLOGIE

Dresden. Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie gehört zum festen Bestandteil unseres Fortbildungskalenders. Immer wieder im Juni treffen sich FachärztInnen für Strahlentherapie, MedizinphysikerInnen und StrahlenbiologInnen zum wissenschaftlichen Austausch. Das diesjährige Treffen mit mehreren tausend TeilnehmerInnen fand in Dresden statt. Seitens unserer Medizinischen Versorgungszentren in Singen und Friedrichshafen waren wir mit Dr. Mortasawi, Dr. Erichsen und unserem Leitenden Medizinphysikexperten Holger Wirtz vertreten. Neben der Präsentation neuester Forschungsergebnisse umfasste das Kongressprogramm eine große Industrie-Ausstellung, auf der alle namhaften Hersteller der Branche vertreten waren, z.B. die Firma ELEKTA, mit deren Linearbeschleunigern wir täglich über 150 PatientInnen behandeln.

MAI 2025: ERFOLGREICHE PRÜFUNG DURCH DIE DEUTSCHE KREBSGESELLSCHAFT

Singen. Am 14./15. Mai 2025 fand das diesjährige Audit der Deutschen Krebsgesellschaft, vertreten durch deren Zertifizierungsgesellschaft Onkozert, statt. Das MVZ Strahlentherapie Singen ist Teil des Onkologischen Zentrums Hegau-Bodensee und als solches in verschiedenen Organzentren vertreten. Vier Auditoren hatten die Gelegenheit, sämtliche Partner dieser für die Region wichtigen Versorgungsstruktur unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehören verschiedene Bereiche des Hegau-Bodensee-Klinikums Singen und auf die Behandlung von KrebspatientInnen spezialisierte ÄrztInnen in der Niederlassung. Insgesamt kamen die Experten zu einem positiven Fazit ihres Besuchs und konnten nicht nur ein über die Jahre hinweg konstant hohes Niveau, sondern darüber hinaus Verbesserungen in vielen Bereichen feststellen. Hervorgehoben wurde im Audit-Abschlussbericht u.a. „das hervorragend strukturierte Medizinische Versorgungszentrum Radioonkologie“.

APRIL 2025: KLAUSURTAG DER MVZ-LEITUNGSGRUPPE

Singen – Friedrichshafen. Unser Team ist an beiden Standorten auf insgesamt 35 KollegInnen angewachsen. Wir sind davon überzeugt, dass gute Führung kein Selbstläufer ist, sondern (auch) erarbeitet werden muss. Deshalb arbeiten wir seit 2009 mit Claudia Rewitz (Novia Coaching) zusammen, die als Psychologin über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich der Organisationsentwicklung verfügt und die uns fast von Beginn an begleitet. Die Leitungsgruppe – bestehend aus den ärztlichen Mitarbeitenden, den Leitenden Medizinphysikern und der Leitenden MTR – hat sich im Rahmen eines Klausurtags mit grundsätzlichen Führungsthemen befasst: Welche Werte sind uns wichtig und wie können wir sie unseren KollegInnen vermitteln? Wie können wir das in den zurückliegenden Jahren bereits Erarbeitete aktualisieren? Welche Änderungen ergeben sich durch stattgehabte und anstehende personelle Wechsel? Die hohe Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden, die sich u.a. in einer geringen Fluktuation zeigt, basiert auch darauf, dass die genannten Themen unter professioneller Begleitung durchgearbeitet und immer wieder neu in den Alltag übersetzt werden.

MÄRZ 2025: BESUCH DER ÄRZTLICHEN STELLE DER LANDESÄRZTEKAMMER

Singen – Friedrichshafen. Nach der Prüfung unseres Qualitätsmanagements nach DIN ISO 9001-2015 im Januar stand Ende März das Audit der Ärztlichen Stelle auf dem Programm. Die Ärztliche Stelle ist eine Einrichtung der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Ihre Aufgabe besteht in der Qualitätssicherung der medizinischen Strahlenanwendung nach Röntgenverordnung (RöV) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV). Hierzu gehört u.a. die regelmäßige Überprüfung aller Einrichtungen, die Strahlentherapie anbieten. Zum Auditteam gehören neben dem Leiter der Ärztlichen Stelle zwei Fachärzte für Strahlentherapie sowie ein Medizinphysikexperte. In einem strukturierten, mehrstündigen Verfahren wurden alle Geräte und Räumlichkeiten unseres MVZ begangen sowie Patientenakten (selbstverständlich unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht) und weitere für den Betrieb wichtige Dokumente eingesehen. Nach 2009, 2011, 2024, 2016, 2019 und 2022 handelte es sich für uns um das 7. Audit. Wir sind stolz darauf, wiederum mit der Bestnote abgeschnitten zu haben. Insbesondere die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen sowie die komplette Digitalisierung unserer Einrichtung wurden im Abschlussbericht lobend hervorgehoben.

FEBRUAR 2025: AUDITS, AUDITS, AUDITS

Singen – Friedrichshafen. Im 1. Halbjahr 2025 werden unsere MVZ gleich von drei Institutionen geprüft. Diese Audits sind als externe Begutachtungen für uns wichtig und decken jeweils unterschiedliche Themenbereiche ab. Bereits hinter uns liegt das Audit des TÜV Süd, welches jährlich stattfindet. Dabei wird unser Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001-2015 geprüft: Das Spektrum reicht von der Untersuchung unserer Kernprozesse bis hin zur Kontrolle der Wartungsverträge für die Notfallbeleuchtung. Wir haben hierzu auch in diesem Jahr wieder sehr positive Rückmeldungen erhalten, insbesondere für den kontinuierlich hohen Qualitätsstandard. Angesichts zahlreicher ruhestandsbedingter Personalwechsel im ärztlichen Bereich im vergangenen Jahr – Ausscheiden von Dr. Björnsgard, Dr. Reichmann, Dr. Hennings, Eintritt Dr. Sugg, Dr. Erichsen, Dr. Mortasawi – ist dies ein großes Kompliment an unser Konzept für die Einarbeitung neuer Mitarbeitenden. Im März berichten wir an dieser Stelle über das Audit der Ärztlichen Stelle, im Mai über das Audit von Onkozert betreffend das Onkologische Zentrum.

JANUAR 2025: WIR BEGRÜSSEN DR. FARSHIN MORTASAWI

Singen. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Dr. Stephan Hennings Ende 2024 begrüßen wir Dr. Farshin Mortasawi als seinen Nachfolger im Medizinischen Versorgungszentrum für Strahlentherapie in Singen. Dr. Mortasawi studierte Humanmedizin, zunächst an seinem Geburtsort Mainz, später in Marburg. Parallel absolvierte er ein weiteres Studium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg mit dem Abschluss Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie. Seine Weiterbildung zum Facharzt für Strahlentherapie machte Dr. Mortasawi am Universitätsklinikum Marburg (Ärztliche Direktorin: Fr. Prof. Dr. Engenhart-Cabillic) sowie am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum. Nach Promotion, Facharztanerkennung und Erwerb der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin wechselte er 2021 als Oberarzt in die Klinik für Strahlentherapie an den Alb-Fils-Kliniken in Göppingen (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Becker). Besondere Kenntnisse im Bereich der stereotaktischen Präzisionsbestrahlung erwarb er am dortigen CyberKnife-Zentrum (MVZ RadioChirurgicum). Wir heißen Dr. Mortasawi in Singen ganz herzlich willkommen und wünschen ihm für seine berufliche Zukunft in unserem MVZ alles Gute!

DEZEMBER 2024: ABSCHIED VON DR. STEPHAN HENNINGS

Singen/Friedrichshafen. Der ärztliche Generationswechsel in unseren Medizinischen Versorgungszentren schreitet voran. Ende September sind die in Friedrichshafen tätig gewesenen Kolleginnen Dr. Mari Björnsgard-Riggenbach und Dr. Ursula Reichmann in den Ruhestand gegangen. Voller Elan haben Dr. Timo Sugg und Dr. Moritz Erichsen ihre Nachfolge angetreten (siehe Beitrag Oktober). Ende Dezember beendet nun Dr. Stephan Hennings seine ärztliche Tätigkeit. Er trat 2009 in die Praxis in Singen ein. Bereits zu diesem Zeitpunkt blickte er auf eine spannende Berufsbiographie und Tätigkeiten an verschiedenen Orten in ganz Deutschland zurück. Seine Facharztweiterbildung absolvierte er am Universitätsklinikum Freiburg, wo er zunächst in der Neurochirurgie und dann in der Strahlentherapie arbeitete. Nach einer Zwischenstation in Fürth nahm er mit Gründung unseres zweiten Standorts in Friedrichshafen die Position von Fr. Dr. Björnsgard-Riggenbach ein, die ihre Laufbahn in der Zeppelinstadt fortsetzte. Dr. Hennings hat über 15 Jahre mit hoher fachlicher Kompetenz und einem weiten Herz für seine PatientInnen wesentlich dazu beigetragen, die Strahlentherapie in Singen zu dem zu machen, was sie heute ist: eine Kerndisziplin in der regionalen Krebsmedizin. Für seine nachberuflichen Aktivitäten wünschen wir unserem Kollegen das Allerbeste!

NOVEMBER 2024: WIR SIND ONLINE!

Singen/Friedrichshafen. Bis vor einigen Jahren fanden wissenschaftliche Tagungen und Kongresse sowie Weiterbildungsveranstaltungen ausschließlich in Präsenz statt. Es war völlig selbstverständlich, durch Deutschland, Europa und z.B. in die USA zu reisen, um sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Dies hat sich spätestens seit der Corona-Pandemie grundlegend verändert. Fast alle Veranstaltungen werden heutzutage entweder ausschließlich digital oder in hybrider Form angeboten. Wir nutzen diese Formate in unseren Medizinischen Versorgungszentren mittlerweile sehr häufig, z.B. für das im November in Berlin stattfindende Radio-Onko Update, eine wichtige Seminarreihe für die deutsche Strahlentherapie. Die tägliche Arbeitsbelastung ist hoch, sodass für mehrtägige Abwesenheit nicht immer genügend Zeit bleibt, insbesondere wenn längere An- und Abreisen hinzukommen. Digitale Veranstaltungen können wir hingegen nach Ende des Patientenbetriebs oder am Wochenende „besuchen“. Zudem entsteht die Möglichkeit, an kurzen Fortbildungen teilzunehmen, für die sich eine Fahrt zu den benachbarten Universitätskliniken in Freiburg oder Tübingen nach Ende des Kliniktags nicht mehr lohnen würde. Neben diesen praktischen Aspekten spielt auch der Umweltgedanke eine wichtige Rolle: Weniger Reisen bedeutet weniger klimaschädliche Emissionen, insbesondere wenn Flüge eingespart werden können. Komplett auf Präsenzveranstaltung verzichten wir dennoch nicht, u.a. aus Gründen der persönlichen Kontaktpflege zu Kolleginnen und Kollegen anderer Einrichtungen.

OKTOBER 2024: UNSER NEUES ÄRZTETEAM IN FRIEDRICHSHAFEN

Friedrichshafen. Seit 2009 wurde das Medizinische Versorgungszentrum in Friedrichshafen ärztlicherseits von Fr. Dr. Björnsgard-Riggenbach und Fr. Dr. Ursual Reichmann geleitet. Die beiden Kolleginnen haben zum Oktober 2023 ihren Stellenumfang halbiert und sind zum Oktober 2024 in den Ruhestand gegangen. Für ihre langjährige Tätigkeit danken wir auch an dieser Stelle! Als neue Kollegen begrüßen wir Dr. Timo Sugg, der bereits seit Oktober 2023 in unserem MVZ in der Zeppelinstadt wirkt, sowie Dr. Moritz Erichsen, der im Oktober 2024 seinen ärztlichen Dienst aufgenommen hat. Beide sind Fachärzte für Strahlentherapie, Dr. Sugg mit Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Wie ihre Vorgängerinnen verfügen beide Kollegen über eine fundierte Weiterbildung an den Universitätskliniken Tübingen und Augsburg sowie über mehrjährige Berufserfahrung in leitenden Tätigkeiten an ihren bisherigen Arbeitsstellen. Für ihren Start wünschen wir Dr. Sugg und Dr. Erichsen nur das Beste!

September 2024: REGIONALITÄT – AUCH FÜR UNS EIN WICHTIGES THEMA

Singen/Friedrichshafen. Regionalität ist auch für uns als Medizinisches Versorgungszentrum ein wichtiges Arbeitsprinzip. Wir lassen uns leiten von der Idee, Aufträge in den geographischen Bereich zu vergeben, aus dem unsere PatientInnen zu uns kommen, um so gezielt Menschen und Firmen zu unterstützen, die die heimische Wirtschaft am Laufen halten. Das funktioniert natürlich nicht für hochspezialisierte medizinische Geräte wie unsere Linearbeschleuniger, die nur von wenigen Firmen weltweit hergestellt werden. Aber viele sonstige Geschäftspartner, mit denen wir zusammenarbeiten, haben wir bewusst aus dem Raum Singen und Friedrichshafen ausgewählt. Einige von vielen Beispielen: Sämtliche Druckerzeugnisse (Briefbögen, Patienteninformationen, Veranstaltungsankündigungen u.a.) lassen wir bei der Firma Berchtold in Singen herstellen. Unsere Berufskleidung wird von der Firma Indigo aus Konstanz gewaschen und gebügelt – einer Inklusionsfirma des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, bei der Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten. Als externer IT-Dienstleister spielt die Firma RIZ IT-Motion aus Radolfzell eine zentrale Rolle für das reibungslose Funktionieren unserer Computersysteme. Unseren Internetauftritt hat die Firma Homebase Kommunikation & Design aus Konstanz mitgestaltet.

AUGUST 2024: BETRIEBSFERIEN? GIBT’S BEI UNS NICHT!

Singen / Friedrichshafen. Viele ärztliche Kolleginnen und Kollegen schließen in diesen Wochen ihre Praxen und gönnen sich und ihren Mitarbeitenden Urlaub und Erholung. Wir werden immer wieder gefragt, wann wir denn Betriebsferien machen. Die Antwort ist: Niemals! Wir arbeiten immer weiter. Und das erklärt sich ganz einfach aus der Tatsache, dass sich die Bestrahlungsbehandlungen, die wir in unseren MVZ durchführen, über mehrere Wochen hinziehen. Da wir neue PatientInnen mit der Zielsetzung eines zügigen Behandlungsbeginns fortlaufend sehen und so täglich neue Serien starten, können wir die Enddaten der Behandlungen nie synchronisieren. Betriebsferien wären also nur mit einer mehrwöchigen Unterbrechung laufender Therapien möglich. Solche Pause gehen aber mit einer deutlichen Verschlechterung der Tumorkontrolle einher und verbieten sich somit aus strahlenbiologischen Gründen. Deshalb sind wir in unseren Zentren in Singen und Friedrichshafen außer am Wochenende und an Feiertagen immer für Sie da und haben durchgehend geöffnet. Keine Sorge: Wir machen dennoch Urlaub, aber eben nie alle zusammen!

JULI 2024: 19. JULI – NEBEN FLUGHÄFEN UND BANKEN STEHT AUCH DIE STRAHLENTHERAPIE STILL

Singen / Friedrichshafen. Der übliche Arbeitstag in der Strahlentherapie beginnt damit, dass unsere MedizinphysikexpertInnen in der Frühe alle Rechnersysteme und die Linearbeschleuniger starten. Am Freitag, 19. Juli, mussten wir feststellen, dass sich keines unserer Systeme hochfahren ließ. Rasch war klar, dass es sich nicht um einen Hackerangriff handelte. In Zusammenarbeit mit unserem externen IT-Dienstleister, der Firma RIZ-IT-Motion, stellte sich heraus, dass wir von einem falschen Update der Sicherheits-Software Crowdstrike betroffen waren – wie weltweit zahlreiche andere Firmen auch, darunter Fluglinien und Flughäfen, Banken und Fernsehsender. Erstmals seit Eröffnung unserer Einrichtung im Jahr 2007 fiel ein ganzer Behandlungstag aus technischen Gründen aus. Dank unseres für solche Ausnahmesituationen entwickelten business-continuity-Konzepts konnten wir den meisten PatientInnen rechtzeitig absagen und das Problem strukturiert lösen. Am späten Freitag lief dann alles wieder, sodass wir zu Wochenbeginn wie gewohnt arbeiten konnten. Den KollegInnen der Medizinphysik gilt für ihren Sondereinsatz an dieser Stelle ein besonderer Dank! Die ausgefallenen Behandlungen werden natürlich nachgeholt – wie dies z.B. auch bei Feiertagen geschieht.

Juni 2024: ERFOLGREICHES AUDIT DES ONKOLOGISCHEN ZENTRUMS

Singen. Mitte Mai fand das jährliche Audit des Onkologischen Zentrums Hegau-Bodensee statt. In diesem Format arbeiten niedergelassene FachärztInnen, verschiedene Abteilungen des Hegau-Bodenseeklinikums Singen und weitere Einrichtungen zusammen, um den PatientInnen der Region eine optimale Erkennung und Behandlung von Krebserkrankungen zu ermöglichen. Einmal pro Jahr prüft eine Kommission von Gutachtern der Deutschen Krebsgesellschaft, ob die einschlägigen Leitlinien beachtet werden und wie die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten funktioniert. Alle unter dem Dach des Onkologischen Zentrums arbeitenden Einheiten (Darmkrebszentrum, Uroonkologisches Zentrum, Brustzentrum, Gynäkologisches Zentrum) wurden erfolgreich rezertifiziert. Im Auditbericht heißt es: „Die Strahlentherapie ist seit Jahren erkennbar ein stabiler und zuverlässiger Partner in der Struktur des Zentrums. Weiterhin ist hier eine Reihe von innovativen Projekten bereits umgesetzt und noch mehr in Planung.“ In der Abschlussbesprechung wurde unser MVZ als „Leuchtturm“ im Gesamtkonzept gelobt. (Foto: A. Jagode)

Mai 2024: BESTRAHLUNG GUTARTIGER ERKRANKUNGEN – WISSENSCHAFTLICH GUT BELEGT

Singen/Friedrichshafen. Bei der diesjährigen Jahrestagung unserer Fachgesellschaft (DEGRO) in Kassel wurde Prof. Gaipl aus Erlangen mit dem Günther-von-Pannewitz-Preis ausgezeichnet. Prämiert wurde seine langjährige wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Strahlentherapie sog. „gutartiger“ oder „nicht-maligner“ Erkrankungen. Hierzu zählen v.a. entzündlich-degenerative Krankheitsbilder wie Arthrosen an Hand, Ellenbogen, Schulter, Hüfte und Knie oder Fersensporne. Schon kurz nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man, dass die häufig mit Schmerzen einhergehenden Veränderungen durch eine niedrig dosierte Strahlenbehandlung deutlich gelindert werden können. Mittlerweile wissen wir, u.a. durch die Forschung des ausgezeichneten Kollegen und seiner MitarbeiterInnen, wie eine solche Therapie auf zellulärer und molekularer Ebene funktioniert. Zahlreiche klinische Studien belegen die Effektivität der sog. Entzündungsbestrahlung in der Praxis. Die DEGRO hat eine eigene Leitlinie herausgegeben, in der die Details dieser Therapie beschrieben sind. In unseren Medizinischen Versorgungszentren in Singen und Friedrichshafen führen wir diese von privaten wie gesetzlichen Krankenkassen getragene Behandlung jährlich bei ca. 1.500 PatientInnen durch.

APRIL 2024: WIE BILDEN WIR UNS FORT?

Singen/Friedrichshafen. Die Halbwertszeit des medizinischen Wissens wird immer kürzer. Häufig werden wir gefragt: Wie bildet Ihr Euch fort? Wie gelingt es Euch, aus der Datenflut die Informationen zu filtern, die für die Patientenbehandlung wichtig sind? Hier eine Auswahl: Alle Berufsgruppen in unseren MVZ nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil: Für Ärztinnen und Ärzte, Medizinphysikerinnen und Medizinphysiker sind dies v.a. Kongresse, wie z.B. im Frühjahr die Jahrestagungen der Europäischen Gesellschaft für Strahlentherapie (2024 in Glasgow) oder der Deutschen Gesellschaft für Strahlentherapie (2024 in Kassel). An diesen Veranstaltungen nehmen auch die Technologinnen und Technologen für Radiologie (früher: MTRA) teil. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleinere, überregionale Treffen für spezielle Zielgruppen – auch für die in der Administration Tätigen. Innerhalb unserer Praxis führen wir eine wöchentliche Fortbildung für unsere Mitarbeitenden durch, in der wir konkrete Fragen unserer täglichen Arbeit aufgreifen (jeweils dienstags, 12:50 Uhr). Seit 2024 bietet unsere wissenschaftliche Fachgesellschaft, die DEGRO, monatlich eine bundesweite webbasierte Fortbildung an, an der wir per Videokonferenz teilnehmen. Im 2. Quartal 2024 geht es um aktuelle Entwicklungen bei der Strahlenbehandlung des Prostatakarzinoms, um bösartige Erkrankungen des Enddarms sowie Tumoren der Kopf-Hals-Region. Sämtliche Fortbildungen werden in einem Kalender erfasst, der dann wiederum die Basis für die Planung des Folgejahres bildet.

MÄRZ 2024: DEMOKRATIE ALS FUNDAMENT FÜR EIN MENSCHLICHES GESUNDHEITSWESEN

Berlin / Singen / Friedrichshafen. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hat gemeinsam mit mehr als 200 Verbänden und Organisationen aus dem Gesundheitswesen eine Erklärung unterschrieben, in der auf Demokratie und Pluralismus als Fundament für ein menschliches Gesundheitswesen hingewiesen wird. Darin heißt es: „Ärztinnen und Ärzte als Initiatoren dieser Erklärung wie auch weitere Professionen aus dem Gesundheitswesen betrachten […] mit großer Sorge, wie Hass und Hetze zunehmen und unsere demokratischen Werte mehr und mehr in Frage gestellt werden. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind für ein menschliches, diskriminierungsfreies Gesundheitswesen essenziell. Menschen mit Migrationshintergrund sind selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft. Auf ihren Beitrag will und kann die medizinische und pflegerische Versorgung in Deutschland nicht verzichten. Der Austausch von Ideen und die Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedenen Nationen und Kulturen bereichern unsere Arbeit, sie sind unerlässlich für wissenschaftliche Exzellenz und medizinischen Fortschritt. Es ist ermutigend, dass Woche für Woche hunderttausende Menschen für den Erhalt von Freiheit und Demokratie auf die Straße gehen. Es ist unser aller Aufgabe, unsere freiheitliche Grundordnung gegen demokratiefeindliche Kräfte zu verteidigen, uns jeglichen radikalen, ausgrenzenden Tendenzen entgegenzustellen und für die Achtung der Menschenwürde einzustehen. Diesem Ansinnen fühlen sich die Berufsgruppen und die Einrichtungen in unserem Gesundheitswesen in besonderer Weise verpflichtet.“

FEBRUAR 2024: DIE GRÜNE ARZTPRAXIS – BUCHBEITRAG VON HOLGER WIRTZ

Singen. Voraussichtlich im Mai 2024 erscheint bei der Medizinisch Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft (MWV) ein von F. von Gierke, G. Keller und N. Mezger herausgegebenes Buch mit dem Titel „Die grüne Arztpraxis“. Unser Leitender Medizinphysikexperte Holger Wirtz hat hierfür einen Beitrag verfasst. Darin beschreibt er, wie energieintensive medizinische Fachrichtungen wie Strahlentherapie und Radiologie angesichts des Klimawandels verantwortungsvoll mit den knappen Ressourcen umgehen können. Der jährliche Stromverbrauch eines Strahlentherapiezentrums mit zwei Linearbeschleunigern, einem Computertomographen, dazugehöriger IT und Kühlung entspricht in etwa dem Verbrauch von ca. 30 Privathaushalten mit drei und mehr Personen in Deutschland. Zu den zentralen Bausteinen unseres Energiesparkonzepts gehört eine im Jahr 2011 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage, mit der wir ca. 30-40% unseres Strombedarfs durch Sonnenenergie abdecken können. Darüber hinaus haben wir in den vergangenen Monaten mit einem Investitionsvolumen von über 1 Million Euro die Klimatechnik unseres Zentrums komplett erneutert. Mit einem modernen Freiluftkühler-System können wir den Energieverbrauch weiter reduzieren und so einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

JANUAR 2024: BEI UNS IST KEIN PLATZ FÜR HASS UND HETZE

Singen / Friedrichshafen. Moderne Medizin ist ohne grenzüberschreitendes Denken und Handeln nicht vorstellbar: In unseren beiden Medizinischen Versorgungszentren arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft – ebenso in den Kliniken, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Wir behandeln täglich Patientinnen und Patienten aus vielen verschiedenen Nationen. Wissenschaftliche Studien, die die Grundlage für unsere Therapiekonzepte bilden, stammen aus Europa, aus Asien, aus Nordamerika. Wir tauschen uns mit Kolleginnen und Kollegen aus zahlreichen Ländern auf Kongressen in aller Welt aus. Unsere Medizintechnik enthält Bauteile aus allen Kontinenten. In diesem Umfeld wollen wir uns auch weiterhin frei bewegen. Wir behandeln alle Patientinnen und Patienten, unabhängig von ihrer politischen Einstellung. Wir stellen uns aber auch in aller Klarheit gegen jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung. Rechtsextremistisches Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit haben in unserem Haus keinen Platz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte am vergangenen Sonntag (21.01.2024): „Die Zukunft unserer Demokratie hängt nicht von der Lautstärke ihrer Gegener ab – sondern von der Stärke derer, die die Demokratie verteidigen.“ Dafür setzen wir uns als Mitarbeitende jeden Tag beruflich und in zahlreichen Ehrenämtern ein. Und dafür gehen viele von uns in diesen Tagen auch bei Demonstrationen gegen das Erstarken rechter Kräfte auf die Straße.

DEZEMBER 2023: MITGLIEDSCHAFT IN FACHGESELLSCHAFTEN

Singen / Friedrichshafen. Das medizinische Wissen nimmt in rasantem Tempo zu. Um immer auf dem neuesen Stand zu bleiben, müssen wir in allen Berufsgruppen – Ärzte, Medizinphysikexperten, Medizinische TechnologInnen in der Radiologie (heute MTR, früher MTRA), Administration – über den Tellerrand schauen und uns organisieren. Aus diesem Grund sind wir Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Fachgesellschaften wie der DEGRO (Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie), der ESTRO (European Society for Radiotherapy and Oncology), der ASTRO (American Society for Radiation Oncology) ode der DGMP (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik) – und beteiligen uns in verschiedenen Funktionen aktiv am Leben dieser Gruppierungen, z.B. durch Kongressbeiträge. Um als kleines Fach auch gesundheitspolitisch wahrgenommen zu werden, engagieren wir uns im BVDST (Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten).

NOVEMBER 2023: AUSZEICHNUNG FÜR UNSERE MEDIZINPHYSIKER*INNEN IN STOCKHOLM

Stockholm. Bis in die 2000er Jahre wurde die Bestrahlungsplanung mit Röntgenbildern durchgeführt, die an einem sogenannten Simulator entstanden. Heute arbeiten wir mit einem eigens zu diesem Zweck konstruierten Computertomographen und einem speziellen Computerprogramm. Ganz vereinfacht gesagt wird in die CT-Bilder von ärztlicher Seite der zu bestrahlende Tumor eingezeichnet – ebenso gesunde Organe in der Umgebung, die gezielt geschont werden sollen. Unsere Medizinphysiker berechnen anhand dieser Daten die Steuerung des Linearbeschleunigers, mit dem die Bestrahlung durchgeführt wird. Vor einigen Monaten haben wir RayStation als neues Planungssystem angeschafft, welches von der Firma Raysearch angeboten wird. Nutzer dieses Programms trafen sich nun zum Erfahrungsaustausch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, an dem Hr. Wirtz, unser Leitender Medizinphysikexperte, und unsere Medizinphysikerin Fr. Christ teilnahmen. Seitens der Firma Raysearch wurde das MVZ Strahlentherapie Singen / Friedrichshafen bei dieser Gelegenheit für seine sehr aktive Mitarbeit bei der Weiterentwicklung des Planungssystems ausgezeichnet.